Was ist ein Low-Level-Softwareentwickler?
Nach unserer ersten Folge über den Beruf des Embedded-System-Ingenieursmöchten wir in dieser zweiten Folge unserer Reihe „Beruf des Monats“ einen Einblick in die Praxis und die Karriere von Low-Level-Softwareentwicklern geben.
Unser Berater Richard hat sich bereit erklärt, Ihnen einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang zu geben und uns mehr über seine Arbeit zu erzählen.

Richard, als du noch ein Kind warst, wolltest du damals Ingenieur werden?
Überraschenderweise wollte ich, soweit ich mich zurückerinnern kann, schon immer Chemiker werden. Später wurde ich dann Elektronikingenieur, weil ich zusammen mit meinem Bruder Autos umprogrammieren wollte.
Wie bist du Ingenieur geworden?
Tatsächlich wurde meine Berufswahl von meinen Leidenschaften bestimmt. Schon als kleiner Junge war ich von Computern und allem, was damit zu tun hatte – von Videospielen bis hin zur PC-Reparatur – fasziniert, und so wollte ich einen Beruf, der mit diesem Bereich zu tun hat, für den ich mich so begeistere.
Da ich vorhatte, Elektroniker zu werden, beschloss ich, beide Fachrichtungen zu studieren: Elektronik und Informatik.
Dort begann ich zunächst ein STI-Studium im Fach Elektrotechnik und anschließend ein zweijähriges DUT-Studium im Fach Elektrotechnik und Industrielle Informatik. Schließlich schloss ich ein dreijähriges Ingenieurstudium mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik ab, das zwei Praktika à sechs Monate umfasste:
- 6 Monate Entwicklungszeit für eine HMI-Schnittstelle für eine elektrische Straßenbahn
- Sechs Monate bei T&S, Entwicklung einer elektronischen Steuerplatine für eine Autotür auf Basis eines FlexRay-Kommunikationsnetzwerks.
Was ist ein Low-Level-Softwareentwickler?
Um ehrlich zu sein, ist das eine sehr allgemeine Frage. Vereinfacht gesagt ist ein Low-Level-Softwareentwickler jemand, der sich mit Low-Level-Software (Entwicklung in C/ASM) und Programmierregeln auskennt.
Wenn ich heute meinem Beruf ein Namensschild geben müsste, würde darauf stehen: Softwareentwickler mit Spezialisierung auf den BSW-Autosar-Stack und Netzwerksysteme (CAN & FlexRay)
Was bedeutet dieser barbarische Titel 😊 ?
Um einen Überblick über die verwendeten Begriffe zu erhalten, unterteilen wir ein Produkt in der Regel in drei Teilbereiche:
- Die Anwendungsschicht
- Die untere Softwareebene (BSW: Basic Software)
- Die Hardware-Schicht (HW)
Kurz gesagt arbeite ich an der Low-Level-Ebene einer Software, die in unserem Bereich gemeinhin als „BSW“ (Basic Software) bezeichnet wird. Innerhalb dieser Ebene ermöglichen alle Funktionen unserer Software die Kommunikation mit der Außenwelt (den anderen elektronischen Platinen des Netzwerks).
Mein Schwerpunkt liegt auf dem Teil, der die Kommunikation mit dem Netzwerk steuert, genauer gesagt auf „FlexRay“.
Ganz vereinfacht gesagt besteht das Ziel dieser Übung darin, unserer Software die Kommunikation mit der Außenwelt zu ermöglichen, also Informationen über das Netzwerk zu senden und zu empfangen.
Was macht ein Softwareentwickler auf Einstiegsebene eigentlich? Was gehören zu seinen täglichen Aufgaben?
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es für unseren Arbeitsbereich eine einheitliche Standardantwort gibt. Der Ingenieurberuf ist generell sehr dynamisch, und jeden Tag sehen wir uns mit anderen und neuen Herausforderungen konfrontiert, sodass es für uns keinen „typischen“ Arbeitstag gibt.
Im Alltag müssen wir nach wie vor miteinander kommunizieren. Das ist entscheidend! Vor allem, wenn wir an „großen“ Projekten arbeiten. In solchen Umgebungen gibt es eine riesige Organisation, sodass man mit unzähligen Menschen kommunizieren muss, um das Projekt erfolgreich abzuschließen.
Der zweite wichtige Aspekt ist die technische Analyse und das Verständnis der Systemumgebung.
Dann ein Aspekt, der sich auf das „Tun“ konzentriert, also auf die Umsetzung, Integration, das Testen usw.
Und schließlich die Berichterstattung (Projektleiter, Kunde usw.), die wiederum zur Kommunikation führt.
Mit welchen anderen „Berufen“ hast du täglich zu tun?
Wir kommen mit vielen verschiedenen Systemkomponenten in Berührung, sei es auf Anwendungs-, Hardware- (HW) oder Software- (SW) Ebene sowie auf der Ebene der Basissoftware (BSW) (Diagnose, Betriebssystem, MCAL, Modusverwaltung, Speicher usw.)
Welche Hilfsmittel nutzt du, um deine Arbeit zu erledigen?
Wir nutzen täglich viele Tools; hier ist eine nicht vollständige Liste:
- ALM / ClearQuest / JIRA / Worx: Planung und Projektmanagement
- Autosar-Konfigurationstool (Ecu Workx, AEEE, DaVinci)
- Doors: Anforderungsmanagement
- Vector CANoe – CANalyzer / Kundenspezifisches Tool: Test & Messtechnik
- C: Programmierung
- AUTOSAR-Standards
- MISRA-Regeln
Braucht man besondere Fähigkeiten, um seinen Job gut zu machen?
Um in meinem Beruf immer einen Schritt voraus zu sein, braucht man ein gutes analytisches Gespür und vor allem ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten.
Was gefällt dir an deinem Job am besten? Und was am wenigsten?
Wie bereits oben erläutert, gefällt mir die Dynamik der Tätigkeiten am besten, da ich auch im Projektmanagement tätig bin.
Manchmal ist es schwierig, die Grenzen unserer Arbeitszeit abzugrenzen, da wir oft an mehreren Aufgaben gleichzeitig arbeiten und der Zeitaufwand oft schwer abzuschätzen ist.
Hast du vielleicht einen Rat für jemanden, der als Low-Level-Softwareentwickler arbeiten möchte?
Du musst dich wirklich für Embedded-Software begeistern, gerne im Team arbeiten und vor allem gerne kommunizieren.
Wie gefällt es dir bei T&S?
Nach zehn Jahren im Unternehmen fühle ich mich bei T&S sehr wohl.



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